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Ratgeber

OEM-Wartungsvertrag kündigen & wechseln — Schritt für Schritt

Ein auslaufender OEM-Wartungsvertrag ist der natürliche Moment, die Kosten zu hinterfragen. Der Wechsel zu einem Third-Party-Anbieter ist unkomplizierter, als viele denken — wenn man Fristen und Übergabe sauber plant. Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Wechsel.

Kündigungsfristen verstehen

OEM-Wartungsverträge laufen meist über 12 oder 36 Monate mit automatischer Verlängerung. Die Kündigungsfrist liegt oft bei 30–90 Tagen vor Vertragsende. Der erste Schritt ist immer: Vertragsende und Kündigungsfrist im aktuellen Vertrag nachschlagen und im Kalender markieren.

Wer die Frist verpasst, verlängert oft unbeabsichtigt um eine weitere Periode — das ist der häufigste vermeidbare Fehler.

Bestandsaufnahme vor dem Wechsel

Für ein belastbares Alternativangebot braucht der neue Partner eine Bestandsliste: Modell, Seriennummer/Service-Tag, Standort und gewünschtes SLA pro System. Das Format ist zweitrangig — Service-Tags, ein Excel-Export aus dem OEM-Portal oder Modell plus Seriennummer genügen.

Eine saubere Bestandsliste ist die halbe Miete: Daraus entsteht das Festpreis-Angebot, meist innerhalb von 48 Stunden.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

Idealerweise startet der neue Vertrag nahtlos am Tag nach dem OEM-Vertragsende. Den Wechselprozess sollte man 2–3 Monate vorher anstoßen, damit Angebot, Freigabe und Onboarding ohne Zeitdruck laufen.

Bei Hardware, die ohnehin EOSL erreicht, fällt die Entscheidung leichter — der OEM bietet dann oft nur noch teuren Custom-Support.

Übergabe ohne SLA-Lücke

Der kritische Punkt ist der Übergang: An keinem Tag darf der Bestand ohne Wartungsabdeckung sein. Ein guter TPM-Partner stimmt den Vertragsstart exakt auf das OEM-Ende ab und übernimmt das Onboarding (Bestandsabgleich, Ersatzteil-Vorhaltung, Eskalationswege) vor dem Stichtag.

So entsteht keine Lücke — der Betrieb merkt vom Wechsel im Idealfall nichts außer der niedrigeren Rechnung.

Häufige Stolpersteine

Drei Dinge übersehen Teams oft: gekoppelte Software-Subscriptions (laufen separat weiter und müssen getrennt betrachtet werden), Multi-Vendor-Bestände (lassen sich in einem TPM-Vertrag bündeln statt einzeln zu kündigen) und die Garantie-Frage (Werksgarantie bei Neuhardware bleibt unberührt).

Wer diese drei Punkte vorab klärt, wechselt reibungslos.

Häufige Fragen

Verliere ich die Garantie, wenn ich wechsle?
Nein. Die Werksgarantie auf Neuhardware bleibt unberührt, solange Original-Ersatzteile verwendet werden. Der TPM-Vertrag greift voll erst nach Garantie-Ablauf.
Entsteht beim Wechsel eine Wartungslücke?
Nicht bei sauberer Planung. Der neue Vertrag startet am Tag nach dem OEM-Ende, das Onboarding läuft vorher. So bleibt der Bestand durchgehend abgedeckt.
Was brauche ich für ein Wechsel-Angebot?
Eine Bestandsliste mit Modell, Seriennummer/Service-Tag, Standort und gewünschtem SLA. Format egal — das Festpreis-Angebot kommt meist in 48 Stunden.
Kann ich Server und Storage gemeinsam wechseln?
Ja — verschiedene Hersteller und Geräteklassen lassen sich in einem einzigen TPM-Vertrag mit einem Ansprechpartner und einer Rechnung bündeln.
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